Trainingslager Fuerteventura
Svenson`s Blog
Es ist mal wieder soweit....
Mit vorgehaltener Waffe und unter Androhung häuslicher Gewalt haben mich Katrin und Ilka freundlich aber bestimmend eingeladen, wieder mal einen Blog zu verfassen.
Unter diesen, für manche mag es gezwungen erscheinen, leicht verkrampften Umständen möchte ich mich der Bitte nicht entziehen.
An dieser Stelle möchte ich mal schnell einen Dank loswerden. Es gibt anscheinend nachweislich Personen, die meinen Blog aus vergangener Zeit gelesen haben und ihn mochten. Ich möchte den zahlreichen Personen schnell mal persönlich danken. Setzt euch, dauert was länger...;) Danke an Ruth Flemig und an Mama Semmler. Jo, das waren sie schon... Ging doch überraschend schnell. Es tut auch mir gut gemocht zu werden. Weiter so....
Die Situation, wenn Katrin und Ilka mich fragen, ob ich unter Umständen, wenn es mein spärliches Zeitfenster erlaubt, einen Blog verfassen könnte, möchte ich mal versuchen euch ein wenig näher zu bringen.
So, oder so ähnlich hat es sich abgespielt.
Ich stehe barfuß auf einem Eisblock von stattlicher Größe. Der Eisblock steht direkt unter einer großen Pappel. Wahlweise tut es auch ein anderes großes Gewächs. Der Block steht freundlicher Weise im Schatten, während der Rest meines Körpers der prallen Sonne ausgesetzt ist. Ich also auf dem Eisblock, barfuß, mein Hals wird mit einer Art Schmuck verziert. Um Verwechselungen vorzubeugen, nein, die Kette ist nicht von Thomas Sabo. Viel mehr aus grobem Strickzeug. Sie kratzt auch immer sehr. Macht aber nix, ist ja alles zeitlich überschaubar. Ja, kaum verharre ich da die ein oder andere Stunde, kriegen die Zwei auch prompt ne Zusage von mir. Ich kann ihnen aber auch nichts abschlagen, es ist manchmal wie ein Fluch.
Soooo, unser aktuelles, gemeinsames Ziel war Fuerte (oder auch FORTE genannt). Vom 01.02.2011 bis zum 10.02.2011 sollte der Robinson-Club unsere Heimat sein. Gebucht hatten wir neben Vollverpflegung auch eine Menge Sonne, sollte klappen. Mit von der Partie waren Head-Coach Andi the Doc Künkler, Katrin, Ilka und meine Person. Dem gegenüber stand die österreichische Fraktion mit Martin als Trainer und Doris nebst Schwester Stefi mit einem „f“ geschrieben. Sieht komisch aus, ist aber so...
Würde ich um Mitleid betteln, würde ich an dieser Stelle noch kurz einwerfen, dass Katrin und ich auf FORTE krank angekommen sind und uns damit einige Tage gequält haben. Aber wir verzichten auf Mitleid, danke.
Aus diesem Grund haben sich Katrin und Ilka kein Zimmer geteilt. Ich denke es ist ihnen schwer gefallen aufeinander zu verzichten. Wenn man immer jemand röchelndes neben sich zum Einschlafen hat, will man ja irgendwann auch nicht mehr ohne. Wir sind ja doch Gewohnheitstiere. Zwischen Frühstück und Abendessen hatten sie ja genug Gelegenheit die verlorene Zeit zu kompensieren, quasi „SPIELERISCH“. Ich halt`s nicht aus, was für ein Wortwitz. Merkt ihr selbst, ne???
Training:
Eine transportable Beach-Anlage wurde mittels Muskelkraft fest im Sand verankert. Die Netzhöhe zwischen Männer und Frauenhöhe ließ sich nahezu problemlos durch die Wegnahme oder Anbringung eines Zusatzplastickstücks regulieren. Ratz-Fatz war die Anlage umgebaut, ein Wunderwerk der Technik.
Während des Trainings bin ich der nicht ausgesprochenen Bitte nachgegangen und habe zahlreiche, verschlagene Bälle wieder eingesammelt. Habt ihr eine Ahnung, wie weit so Bälle rollen können? Ich habe mir zwei böse Blasen an den Füßen gelaufen, die gepflegt werden wollten. Außerdem sind meine Füße so stark angeschwollen, dass ich hätte übers Wasser laufen können. Aber das hat ja schon mal jemand vor mir gemacht und nachmachen wollte ich es nicht. Da tat der Eisblock, auf dem ich gestanden habe, echt gut. Ihr merkt, mein Glas ist immer halb voll.
Die Terror-, ne sorry, die Touristen vor Ort haben auch oft und gern geholfen. Nur flogen die Bälle dann oft in Richtungen, die niemals geplant gewesen sein konnten .Wenn doch, warum??? Ich habe Flugzeuge gesehen, die ausweichen mussten, Strandspaziergänger haben sich auf den Boden geworfen und haben sich eingegraben um schlimmeres zu vermeiden.
Macht nix, ich sammele die Dinger schon wieder ein. Ich habe immer nach kleinen Kindern geguckt, die ich unter Umständen für einige Stunden von ihren Eltern, die wieder nur Sandburgen bauen oder Drachen fliegen lassen wollten (Väter machen so was, um sich selbst zu beweisen, wie super sie sind...), hätte befreien können. Bälle, die bis nach Afrika rollen können einzusammeln, für nicht einmal ein Eis, ist doch großartig!!!!
Aber es haben sich, wie schon erwähnt, nur Ballakrobaten gefunden, die allesamt sehr nett und hilfsbereit waren. DAAAANKE!
Von Ballakrobaten zu Mauersitzern. Dieser Gruß geht mal direkt nach Herne. Ein Urlauber hat sich in einer bis dato unvergleichlichen Begeisterung dem Training hingegeben. Zu Beginn seines Urlaubes war er auch noch verheiratet, hat er mir versichert. Ich meine seine Frau auch mal gesehen zu haben. Sie hatte ein Buch im Gesicht (als die Frauen trainiert haben, danach kamen die Männer und schwupps, war das Buch weg). Wer sich von wem..., nein quatsch, die Zwei haben einen Weg gefunden, mit dieser Situation besser umgehen zu können, sie ist im Hotel geblieben ;-)
Wirklich nette Gespräche haben sich am Rande ergeben. Das Interesse war enorm. Danke. Es hat mir echt Spaß gemacht, die Fragen rund um Katrin und Ilka zu beantworten.
Kurz mal eingehakt: Liebe Katrin, liebe Ilka, sollte euch mal irgendwann eine Frage zu Anti-Cellulite gestellt werden, ich hab das Thema an der Mauer nie angesprochen, das müsst ihr mir einfach glauben....
Rund um die Mahlzeiten
Im Robinson-Club ist es so Sitte, sich an Tische zu setzen, an denen schon Urlauber sitzen aber noch Platz gelassen haben. Somit ergeben sich Tischkonstellationen die es nachhaltig schaffen, dich zu begeistern.
Wir haben an Tischen gesessen, deren Gespräche ins Nirvana verflacht sind, nachdem wir uns gesetzt haben, aber auch enorm Fahrt aufgenommen haben. Letzteres ist grad an den Abenden zum Ende des Trainingslagers vorgekommen. Hey ihr Lieben, das war echt witzig mit Euch. Erstaunlich, was eine optisch zarte, unscheinbare Dame so aus dem Ärmel schüttelt. Sie macht (nur für sich) einen Sprachkursus für anscheinend jedes Land das sie bereist. Und da scheint es keine Rolle zu spielen, ob für eine Woche oder länger. So konnte sie sich mit Spaniern, Italienern, Polen, Franzosen, Griechen, Engländern und Chinesen einfach mal so in ihrer Landessprache unterhalten. Und grad chinesisch fliegt uns ja allen gerade so zu. Nebenbei reicht die Zeit dann aber noch um einen Pilotenschein zu machen. Ach ja, die Dame ist Ärztin und aktiv im Job. Beeindruckend...
Wenn ich heute nach Hause komme, möchte ich mir einen Döner auf Türkisch bestellen. Ich bekomme es aber nicht auf die Reihe. In der Zeit hat das Sprachwunder wohl mal eben Suomi gelernt, von A-Z.
HUI, links vor mir (ich sitze im Mittelgang) lehnt sich grad ne Frau nach vorn, weil sie aus dem Fenster gucken möchte. Ich wusste nicht, dass Unterwäsche so aussehen kann, man lernt nicht aus. Es verblitzt mir die Augen, schnell an was anderes denken. DENK---DENK---DENK... so, jetzt geht`s wieder. Bei nächster Gelegenheit verdunkele ich mal das Fenster, damit so was nicht nochmal passiert. Die Passagiere müssen besser geschützt werden. Gab es nicht mal ne Zeit lang so Sky-Sheriffs??? Wo sind sie, wenn man sie braucht? Oder er hat´s auch gesehen und ist gesprungen, es gab grad so`n kalten Zug als hätte jemand die Tür aufgemacht. Rausschmeißen kann man sie ja auch nicht, wirft ein schlechtes Bild auf die Airline. Aber warum eigentlich???? Ich bin schon für weniger aus der Disko geflogen;) Ich will mal zum Ende kommen. Hat ja auch wieder mal gereicht.
Es war witzig, lecker, erholsam, anstrengend, kränklich, schmerzhaft (Eisblock, Blasen...), WITZIG...
Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit,
LG Svenson




