14.11.07 22:33 Alter: 4 Jahr(e)

"Das große TV total Turmspringen"-Tagebuch einer Hobbyspringerin Teil II

 

Hoch geklettert – Tief gefallen

Da hab ich mir also in den letzten Tagen einen halbwegs sicheren 1 1/2 –fachen Salto angeeignet und war in den ersten Zügen meines Handstandsaltos, natürlich voller Elan, als ich vergangenen Dienstag die Botschaft erhielt, „Bis nächste Woche Montag (19.11.) kein Training mehr möglich, da Weltcup der Schwimmer in der Halle“ – AAAHHH – kurze Panikschübe ereilten mich danach und ich musste mir mindestens 20 Mal versichern lassen „Nein, Ilka, du verlernst das nicht!“ – „Nein, tu ich nicht?“ – „Nein!“ – „Wirklich nicht?“ – „Neeeiiin!!!!“ – „Hmpf, okay…“
Das hat mich allerdings nicht davor bewahrt, heute, wie beim ersten Mal, mit schlotternden Knien und dem unumstößlichen Gefühl - „Du HAST alles verlernt!!“ - in die Halle zu gehen.
So, und an dieser Stelle wäre der Zeitpunkt für althergebrachte Weisheiten wie „das ist wie Fahrrad fahren, das verlernt man nie“, oder „Runter kommen sie immer ALLE“ gekommen, und ich muss sagen, wow, ich kann sie bestätigen!
Gleich bei meinem ersten Sprung in die Schaumstoffgrube war das Gefühl wieder da, und ich war ziemlich glücklich!
Auch mein Salto wird langsam - wäre auch schlimm wenn nicht - schließlich renn ich ja gefühlte tausend Mal pro Training auf dieses Dreimeterbrett und all die Anstrengung muss sich ja irgendwann mal lohnen. Wenn ich es jetzt allerdings noch schaffe, meine Konzentration von „Mit den Armen zuerst eintauchen, mit den Armen zuerst eintauchen, mit den Armen ZUERST eintauchen“ auf „Beine strecken, Füße strecken, und gaaanz wichtig, Mittelkörperspannung“ zu lenken, dann bin ich mir sicher, es wird alles gut! Nur ist die Flugzeit vom Dreimeterbrett echt kürzer als gedacht und sobald man es schafft, sich mit geöffneten Augen ein wenig Orientierung zu verschaffen, ist man mit dem Kopf eigentlich schon unter Wasser. Wenn man dann, wie ich, es auch nicht mehr schafft, rechtzeitig die Hände zusammenzuführen, ja dann, dann tut’s weh! Ich will nicht wissen wie viele Gehirnzellen ich schon lassen musste durch brutale Zusammenstöße meines Kopfes mit dem Wasser!!! ;-)
Die verhasste Fünfmeterhöhe hatte ich bei meinem letzten Training am Dienstag ja ein Glück irgendwie bezwungen, nichtsdestotrotz war ich so verdammt froh als Trainingsende war und ich dem Turm zum Abschied winken durfte!
Und heute? Da war der Turm dann wieder da und mein Bauch sagte mir dann auch gleich, was er von dem Gedanken hielt, da jetzt hochzusteigen und runter zu springen: „Sorry, Trainer ich glaub mir is’ schlecht…!“ Nix da, hat irgendwie nicht gezogen, also hieß es wieder, Angst besiegen und hoch! Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schrecklich es aussieht, wenn man den Blick nach unten ins Wasser richtet und in „Abfaller-Position“ auf diesem Turm steht! Dann kam wieder das Spielchen „Mach ich es, - NEIN – Scheiße, los, überwind dich – Okay ich mach’s – hm, obwohl, ne, ähm – GLEICH!!“ Ich dachte eigentlich, wenn man beim ersten Mal seine Angst überwunden hat, ist es beim nächsten Mal viel besser, hiermit bestätige ich, dass es NICHT klappt! Naja, lange Rede kurzer Sinn, ich bin natürlich noch gesprungen, es ging auch halbwegs gut, allerdings bei der Vorstellung auf dem Turm einen Handstand zu machen, umzukippen und kopfüber wieder ins Wasser einzutauchen, naja da, ihr wisst schon…, denke ich, gibt es schönere Gedanken! ;)
Morgen wird die Stunde wahrscheinlich schlagen und ich werd es tun müssen, also wenn ihr nix mehr von mir hören solltet, hab ich es vermutlich nicht überlebt… ;)
Eure Ilka